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iMagic-Liga - Ötztaler Marathon, 08.2007

veröffentlicht um 15.08.2013, 14:00 von Boris Sadžakov   [ aktualisiert: 18.08.2013, 04:39 ]

Seit Wochen war es geplant, am 28.07. die Original Ötztaler-Radmarathonstrecke zu fahren, allerdings von Kematen aus, also den Kühtai am Schluß, statt am Anfang. Der ganze "Spaß" hat über 230km und ca. 5600 Höhenmeter. Ein Hammer.

Eine Woche nach dem Highlander (siehe Wettkämpfe) also der nächste Alpenmarathon, auch wenn es nur im Trainingsmodus war. Über 10 iMagic-Ligisten waren am Start. Um 07:00 Uhr ging es los.


Hier mein Bericht aus dem iMagic-Forum:


Vom Urlaubsort bin ich um 5:00 Uhr nach Kematen gefahren, habe mich am Parkplatz in aller Ruhe umgezogen und das Rad fertig gemacht, um dann pünktlich am Verabredungsort zu stehen. Die Wettervorhersage ließ Schlimmes befürchten, für den Nachmittag zwar nur, aber immerhin. So habe ich mich an die "Vorgaben" von Nippes gehalten, und habe volles Regenequipment im Rucksack mitgeschleppt. Im Nachhinein ärgere ich mich darüber a) weil ich es nicht brauchte und b) weil es sich ohne Rucksack irgendwie besser Ötzi fahren läßt.


Bis über den Brenner sind wir meist als Gruppe gefahren. Da ich die Päße alle noch nicht kannte, wußte ich nicht genau, was mich erwartet. Jedenfalls habe ich immer gedacht, wann kommt denn endlich die Steigung...und irgendwann waren wir oben am Brenner, ohne nennenswerte Herausforderung. 
Abfahrt und dann in den Jaufenpaß rein. Ein Super-Berg. Ich empfand diesen Paß als sehr harmonisch in der Steigung, einmal den Rhythmus gefunden, konnte man nahezu unverändert und konstant durchkurbeln. Sehr angenehm! 


Von Anfang an habe ich vermieden an den Fanta5 (für mich gehört frankn natürlich dazu!!!) dranzubleiben. Ich fühlte mich gut, aber ich merkte schon, daß der Highlander wohl noch nicht ganz ausgestanden ist, außerdem muß ich einfach anerkennen, daß die Fanta5 in einer anderen Liga fahren, und damit meine ich ausdrücklich rios, Oakley und frankn. Daß Nippes und howisch in einer eigenen Welt fahren, war ja ohnehin bereits klar.

Irgendwann, ich weiß nicht mehr wo, schloß Mike (Freund von rios) auf mich auf. Wir sind dann bestsimmt 45min miteinander geradelt und haben uns ohne Punkt und Komma unterhalten. War sehr nett. Im letzt Drittel zog er wohl mal kurz an oder ich habe gepennt, jedenfalls hatten wir plötzlich 50m zwischen uns. Ich habe nicht für eine Sekunde daran gedacht, das Loch zuzufahren.

Oben angekommen, kam dann wenig später Christian und Yvonne dazu. Die wollten alle noch etwas essen, so bin ich dann schon in die Abfahrt.
Unten dann die Fanta5 getroffen. Irgendwie war man sich noch nicht über die Weiterfahrt einig. frankn fuhr los, ich folgte wenig später ins Timmelsjoch. 
30km Steigung, das kann ja heiter werden.

Nach wenigen Minuten wurde ich von den (jetzt) Fanta4 überholt und freundlich abgeklatscht. Ich habe schön meinen Rhythmus durchgehalten.
Irgendwann hatte ich kein Wasser mehr und ich sah auch nirgends einen Brunnen, ich wollte schon die Rinnsale an den Felswänden ablecken, aber kurze Zeit später entdeckte ich dann eine "Leitung".
Die kurze Pause für's Auffüllen tat mir sehr gut, weil ich massive Rückenbeschwerden hatte, immer im unteren Bereich, immer nach längerer Bergfahrt durch das Ziehen und Zerren am Lenker - irgendwie geht das bei mir dann voll in den Rücken. 

Meine Beine waren o.k., so kämpfte ich mich km für km da hoch. 
Zwischen km20 und km26 habe ich richtig gelitten, mußte immer öfter in den Wiegetritt, um überhaupt voran zu kommen, dann sah ich einen Tunneleingang und davor eine Hütte mit Verkauf. Da ich nicht ahnte, daß dies "DER Tunnel" war, und ich befürchtete, daß die Serpentinen noch weitere 4km so weiter gehen, habe ich mich entschlossen, an der Hütte halt zu machen, und mir eine richtige Brotzeit reingezogen, meinen Rücken geradegerückt, und dann weiter. 
Zu meinem Erstaunen war der Tunnel aber flach, auch danach ging es relativ flach weiter. Hätte ich das gewußt, wäre ich wohl weitergefahren. 
Egal, die Pause hat mir so oder so gut getan. 

Es ging dann in eine tierische Abfahrt rein, leider aber nur für ein paar hunder Höhenmeter. Plötzlich kam eine längere Gegensteigung.
Ja, Scheiße, dachte ich!!! Ich war voll auf Abfahrt gekleidet, also für berghoch viel zu warm. Egal, daß Ding hochgedrückt, und nach kurzer Zeit kam dann die endgültige Talfahrt nach Sölden.

In Sölden riefen an einer Tankstelle die Fanta5 meinen Namen. Ich war total überrascht, daß ich die überhaupt noch treffe und froh, daß ich überhaupt das Rufen bemerkt hatte. 

Von hier sind wir dann nach Ötz gefahren, als geschlossene Gruppe. 
Ich habe der Gruppe und vor allem Nippes gesagt, daß ich den Kühtai nicht mehr schaffe(n) (will)!!!
Er antwortete nur, ich könne mich ja jetzt erst einmal 30km ausruhen.

Tolle Wurst! Wir sind in sehr ordentlichem Tempo und knackiger Taktung gefahren. Von Erholung keine Spur, auch im Windschatten. Im Gegenteil. Wenn ich hinten war, hatte ich panische Angst ausgespuckt zu werden...
Noch panischer wurde ich, als ich sah, daß weder Nippes noch howisch gedachten, die Strecke komplett von vorne zu fahren. Ich war also 2 oder 3 mal auch vorne, aber nie besonders lange.

In Ötz dann noch in einen Supermarkt. Die Fahrt hat insgesamt schon ein wenig entspannt, auch wenn es anstrengend war, aber immer noch leichter als einen Paß hoch, und die Brotzeit wirkte so langsam. Ingesamt ging es mir eigentlich ganz gut, so daß ich nur noch ganz kleinlaut am Kühtai zweifelte, was von NIppes sofort abgebügelt wurde.
Ich war aber auch so mittlerweile wieder bereit, das Ding jetzt auch durchzufahren, und war ganz froh, in Sölden die Gruppe noch angetroffen zu haben. 
Ich glaube, ohne Gruppe und die "netten" Worte von Nippes, wäre ich den Kühtai tatsächlich nicht mehr gefahren.

frankn wieder vorne weg, dann die Fanta4, ich bin mit Respektabstand hinterher. 
Der Kühtai war einerseits der Paß mit den dramatischsten Steigungen und Prozentwerten, und das leider nicht nur für ein paar hundert Meter, sonder leider für etliche km, aber irgendwie bin ich das Ding richtig gut hochgekommen. Einmal Pinkelpause, Rücken geradegerückt, und ansonsten relativ flüssig, wenn man das so sagen kann, hochgekommen.

Oben angekommen waren alle schon weg, also schnell abfahrttauglich umgezogen, und runter.
Mann, war das eine Abfahrt. Diese Abfahrt hatte keine Serpentinen, ging mit bis zu 16% Gefälle gerade runter, das war die geilste Abfahrt, die ich je erlebt habe. Wahnsinn.
Manchmal dachte ich schon, wenn jetzt ein Hund kommt, dann ist es aus mit dir...aber es kam keiner.
Statt dessen stand plötzlich eine Kuh mitten auf der Straße!!! Zum Glück war das eine gut einsehbare Stelle und ich konnte rechtzeitig runter bremsen. War schon grenzwertig...

Tja, dann in Kematen angekommen und fertig, aus die Maus!

Ich habe alle Pausen abgestoppt. Netto habe ich 10:53 gebraucht. Brutto weiß ich gar nicht so genau, es muß wohl halb acht gewesen sein, also sind es wohl 12:30 brutto.

Der Ötzi ist definitiv eine andere Hausnummer als der Highlander, auch wenn letzterer alles andere als Kindergarten war. 
Ich bin sehr gespannt wie das offizielle Rennen wird.


Hier die Polar-Aufzeichnung. Leider habe ich fast 8km weniger als die anderen und auch weniger Höhenmeter. Irgend etwas hat entweder mit der Uhr oder mit Meßgerät an der Gabel nicht gestimmt.


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