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RTF in Köln...mit schwerem Sturz!

veröffentlicht um 15.08.2013, 13:53 von Boris Sadžakov   [ aktualisiert: 18.08.2013, 04:50 ]


Sonntag, den 10. Juni 2007 um 17:07 Uhr


Mit Mike (rios) war ich um Punkt 07:30h am Start, in Köln Rodenkirchen. Obwoh dies die offizielle Startzeit war, sind uns bei der Anreise schon etliche Radfahrer entgegengekommen. Die 151km-Strecke war für uns angesagt, die im Mittelteil die Eifel mit ein paar schönen Steigungen streifte. Uns war klar, heute geben wir richtig Gas, da es sowohl für Mike als auch für mich die letzte harte Einheit vor Roth sein sollte. Wir sind zu zweit gestartet und waren von Anfang an sehr gut drauf. Bis zum Schluß wurden wir kein einziges Mal überholt, aber das sollte am Ende ziemlich egal sein...

Wir hatten ein gutes Tempo drauf, und waren in der Ebene immer zwischen 35 und 40km/h schnell, die Steigungen sind wir stets knackig hochgefahren. Am Schluß hatten wir einen 32er-Schnitt drauf, gebummelt haben wir also wirklich nicht.

Im letzten Drittel machte die Streckenführung einen Schlenker durch Felder und kleinere Waldstücke. Der "Weg" war gut asphaltiert, aber eng, in etwa muß man sich das wie einen Radweg denken. Es war menschenleer, als wir dort entlang fuhren. Laut Polarauswertung ist dann genau bei km 108 bei einer Geschwindigkeit von 36,9km/h ein älterer Herr mit seinem Rad quer über den asphaltierten Weg gegangen. Das Dumme war, es war ziemlich genau 10m vor mir....somit hatte ich geschätzte 0,5 Sekunden um zu entscheiden, was ich tun soll.

Ein Ausweichen war definitiv nicht mehr möglich,  in nächsten Augenblick würde ich voll einschlagen. Der Mann hatte keinen Helm auf, ich hätte ihn frontal mitsamt seinem Rad erfaßt bei dieser Geschwindigkeit. Ich will mir gar nicht ausmalen, was dann, vor allem mit dem Mann, passiert wäre...

Ich "entschied" (von Entscheidung kann in dieser Situation eigentlich nicht gesprochen werden) mich zu einer Vollbremsung, überschlug mich im hohen Bogen, noch mit dem Rad verbunden durch die Klickpedale, und schlug dann mit dem Kopf und mit dem Rücken auf. Zumindest habe ich es so wahrgenommen. 

Der ältere Herr war total schockiert (und unversehrt), ich lag total benommen am Boden, und brauchte ein paar Sekunden, um zu realisieren, was los war. Es stellte sich heraus, daß ich insgesamt beisammen war, der Helm zwar gebrochen, hatte mir aber unter Umtständen das Leben gerettet, mindestens jedoch ernsthafte Kopfverletzungen erspart. Der Rest sah, bis auf die stark blutende Fleischwunde am linken Ellenbogen, gar nicht so schlimm aus. Leider ist das nur die halbe Wahrheit, siehe Bilder...

 Wie dem auch sei. Mike beobachtete das Ganze ja von hinten...er war ganz schön mitgenommen und fand den Salto spektakulär. Hmmm... Er checkte mein Rad, richtete die Bremse, ich warf dann auch einen Blick darauf, und entschied weiterzufahren. Das Angebot des Herren, zu ihm nach Hause zu fahren, und gegebenenfalls einen Arzt zu rufen, schlug ich aus. Ich machte dem Mann auch keine Vorwürfe, obwohl er definitiv ohne zu Schauen einfach den Weg kreuzte. Ein Riesentratra hätte mir auch nicht weitergeholfen, also habe ich dem Mann das Gefühl gegeben, daß es mir ganz gut ginge, und er bitte nicht mehr eine Straße oder einen asphaltierten Weg, auf dem Mopeds, Räder und Traktoren fahren dürfen, einfach so überquert, ohne sich Umzuschauen, wie bei einer normalen Straße.

Gut 1,5 Stunden hatten wir noch vor uns. Also weiter gings...

Die Beine blieben, bis auf zwei Schürfwunden, völlig unversehrt, das Weiterfahren funktionierte also gut. Nur, nach wenigen km bemerkte ich dann immer mehr Schmerzen in beiden Schulterbereichen und rund um das linke Handgelenk. Wiegetritt war nur unter Schmerzen möglich, also lag ich fast den ganzen Rest, auch wenn eine Steigung kam, im Aero-Lenker...das funktionierte durch die Entlastung der Schultern richtig gut.

Am Ende war ich dann doch froh, als wir das Ziel sahen.

Nach 4h54min waren wir durch, inkl. Sturz, die Polar lief da durch...

Ein Würstchen gegessen, Carsten kam dann wenig später noch dazu (er war die 111er-Strecke gefahren), und dann bin ich recht bald nach Hause gefahren.

Das Auto fahren fiel mir, wenn es in Kurven ging, sehr schwer (...Schultern...), so bin ich ganz vorsichtig nach Hause. Zu Hause war ich dann ein wenig geschockt davon, was meine Frau so alles an mir zu entdecken glaubte, an Verletzungen, alles Stellen, die Mike und ich so naürlich nicht sehen konnten. Ich wollte das selbst sehen, bat um Photos, und voilà...eine kleine Auswahl...


Das ist die Fleischwunde. Ich muß wohl nach dem Salto, mit dem Ellenbogen auf dem Gabelschaft aufgeschlagen sein, dort ist eine deutliche Blutspur. 






















Eine kleine Schürf-Schnittwunde. Von dieser Sorte habe ich an mehreren Stellen, an beiden Armen und Händen, mehrere Exemplare.















Die obligatorische und nie fehlende Schürfwunde am Oberschenkel im Hüftbereich. Ich habe allerdings keine Ahnung wie die entstanden sein soll, schließlich bin ich mit Kopf und Rücken aufgeschlagen... 







 







Das Bild beunruhigt mich am 

meisten. Ich kann mich nicht erinnern, dort aufgeschlagen zu sein. Jedenfalls scheint dies die Ursache für meine starken Bewegungsschmerzen im gesamten rechten Arm-/Schulterbereich zu sein.







  






Und der Rücken in ganzer Pracht...Keine Ahnung wo die "Musterung" her kommt, ich bin ja auf planem Asphalt aufgeschlagen.










  

Danke an Mike, der nicht von meiner Seite gewichen ist, nach dem Sturz erst recht, denn er hätte sicher stets einen Tick schneller fahren können...  ;-)

Die Bewegungsschmerzen in beiden Schulterbereichen machen mir Sorgen, rechts sind sie teilweise stechend, und das ist kein gutes Zeichen. Alles andere dürften schlicht Schürfwunden, Wunden und blaue Flecken sein. Ich werde morgen natürlich zum Orthopäden gehen. Vermutlich werden einige Stellen geröntgt. Ich wage nicht daran zu denken, wie seine Empfehlung für meine Teilnahme in Roth sein wird. Ich bin wahrlich kein Pessimist, aber ich sehe schwarz.

Eine wichtige Sache noch: Ich habe am Kopf im Helmbereich, wohl da, wo ich aufgeschlagen bin, ein Beule! Eine Beule!!! Trotz Helm!!! Ich brauche wohl nicht weiterschreiben...  Der Mann hatte keinen Helm, trotz Fahrrad. Wenn ich ihn frontal bei dieser Geschwindigkeit erfaßt hätte, wäre er schutzlos mit voller Wucht auf dem Aspahlt aufgeschlagen.

BITTE FAHRT NIEMALS OHNE HELM, egal wie kurz, egal wie schnell, NIE NIE NIE!!!

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