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2008 - 07 - Langdistanz Quelle Challenge, Roth

veröffentlicht um 14.08.2013, 06:59 von Boris Sadžakov   [ aktualisiert: 18.08.2013, 04:58 ]

Veranstalter / Ergebnis / Photos  - Datum: 13.07.2008


Langdistanz (Ironman) in Roth (3,8km Schwimmen - 180km Rad - 42,2km Laufen)


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Meine Ausgangssituation:

-          Ich bin dieses Jahr insgesamt 25km geschwommen – d.h. Schwimmtraining nahe Null!

-          Rad war ich gut drauf.

-          Laufen – mein letzter langer Lauf über 20km ist 6 Wochen her. Ich habe im ganzen Jahr nicht ein einziges Mal einen Lauf über 2h absolviert und bin insgesamt für meine Verhältnisse extrem wenig gelaufen.


Grund: einfach keinen Bock…nur Rad hat mir Spaß gemacht.


Meiner Frau habe ich folgende Zeiten als Orientierung gegeben, damit sie mich immer finden kann:

1:20 swim – mit 1:18 bin ich mehr als zufrieden

5:30 – 5:40 Rad – 5:44 sind es geworden

4:00 run – hier habe ich meiner Frau gesagt, wenn ich einigermaßen bis km20 komme, ziehe ich das Ding durch, wenn ich vorher Probleme habe steige ich aus…

Der Wettkampf:

Während des gesamten Schwimmens habe ich mich darüber gewundert, wie es mir möglich ist, überhaupt so entspannt und problemlos zu schwimmen. Ich war zwar langsam, hatte aber bis zum letzten Meter keinerlei Probleme. Wirklich erstaunlich.

Der Wechsel war dann endlich mal schnell für meine Verhältnisse. Den Einteiler hatte ich ja unter dem Neo an – ein paar Powerbar eingesteckt und los gings…Ich hatte ca. 4 Stunden lang Dauerregen von der übelsten Sorte. Ab Mitte der ersten Runde hatte ich massive Kälte-Probleme. Ich fing an zu zittern, die Zähne klapperten, meine Hände frierten, und bei den gelegentlichen Abfahrten war es wirklich sehr unangenehm. Der Regen selbst war gar nicht so schlimm, aber diese Kälte hat mich echt fertig gemacht. Daß ich bei Regen bergrunter wie eine Oma fahre wisst ihr ja – aber in der Summe macht das gar nicht so viel aus.

Mitte der zweiten Runde hörte der Regen auf und ich blühte ein wenig auf. Der Einteiler trocknete sehr schnell, und ich fror wenigstens nicht mehr. Das tat gut. Bei der zweiten Abfahrt hinter dem Kalvarienberg schepperte es 10m hinter mir gewaltig. Das, wovor ich immer panische Angst habe, passierte 2 anderen – einer hat die Kurve nicht gekriegt, fällt und säbelt den Nebenmann mit um – beide sind dann ungebremst in die Leitplanke gescheppert. Ich habe mich rumgedreht und sah das „Unfallergebnis“ – fuhr aber weiter, weil die Kampfschiedsrichter allgegenwärtig waren – ich war mir also sicher, dass den beiden sehr schnell geholfen wird.

Apropos Kampfschiedsrichter: ich habe die noch nie so „scharf“ erlebt. In meiner Gegenwart wurden mehrere gelbe Karten verteilt und Zeitstrafen ausgesprochen wegen Windschattenfahrens und ich selbst habe „nur“ eine „erste“ Verwarnung ausgesprochen bekommen, weil ich einen Überholenden seinerseits überholt habe. Also bin ich in Dreierreihe gefahren, auch das ist verboten!

Der Wechsel zum Lauf verlief reibungslos. Wie gesagt – ich hatte vor abzubrechen, wenn ich bereits zu Beginn Probleme haben würde. Mein „Point of no return“ sollte km 20 sein. Ich bin bewusst sehr sehr langsam gelaufen. Nach ca. 2 Stunden hatte ich dann die erste Hälfte absolviert, ich fühlte mich insgesamt sehr gut, merkte aber, dass die Füße und Bänder und Sehnen rund ums Knie sich unangenehm meldeten. Aber ab hier war es beschlossene Sache: ich ziehe das Ding jetzt durch. Innerhalb kürzester Zeit verschlechterte sich meine Zustand so sehr (ca. bei km 25), dass ich kaum noch laufen konnte. Füße und Knie versagten ihren normalen Dienst. Ich musste immer wieder gehen, diese Passagen wurden immer länger. Während dieser Zeit prasselte ein Platzregen auf uns nieder. Ab km 30 ca. konnte ich definitiv nicht mehr laufen, so dass ich den Rest bis zum Schluß gehen musste. Da jetzt meine Körpertemperatur deutlich sank und ich klatschnaß vom Regen war, kühlte ich regelrecht aus. Ich zitterte am ganzen Leib. Immer wieder versuchte ich „anzulaufen“ um die Betriebstemperatur hochzukriegen, aber es ging definitiv nicht. Mein purer Wille hat mich dann GEHEND ins Ziel gebracht. Im Zielzelt habe ich mir sofort eine Wärmedecke vom Roten Kreuz besorgt – ich zitterte wie Espenlaub.

Schluß: tja, ich bin weder enttäuscht noch wirklich zufrieden. Ich ahnte die Probleme beim Laufen und habe Schwimmen und Rad recht realistisch eingeschätzt.

Am Ende bleibt lediglich, dass ich das Ding durchgezogen habe. Von Performance kann insgesamt nicht gesprochen werden.

Ein Wort noch zu den Zuschauern: das war echt der Hammer. Alle Stimmungsnester waren sehr gut besucht (natürlich weniger als bei gutem Wetter) – man merkte richtig, dass auch die Zuschauer eine Art „jetzt erst recht“ an den Tag legten. Gänsehaut pur – Roth ist und bleibt ein ganz besonderes Erlebnis. Besonders zu erwähnen sind auch die vielen vielen Helfer, die an den Verpflegungsstationen ungeschützt stundenlang den Athleten die Getränke hingehalten haben. Einfach toll!!!!


Ein paar Bilder von gestern: Impressionen

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